Minimalismus in der Praxis: Shopping Ban Challenge

Als Minimalist kauft man weniger. Wie wäre es aber überhaupt nichts zu kaufen? Oder, etwas weniger dramatisch, nur das zu kaufen, was absolut nötig ist? Das ist die Idee von einem shopping ban – einem Einkaufsverbot, das sich häufig über mehrere Monate oder sogar ein Jahr hinzieht. Da jeder etwas anderes für „nötig“ hält, variieren die Regeln des Einkaufsverbots. Manche kaufen nur das, was man tatsächlich zum Überleben braucht – Nahrung, elementare Kleidung oder Strom, andere erlauben sich etwas extra. Ich denke darüber nach im Januar 2016 ein Experiment zu starten und ein Monat lang nichts (Unnötiges) zu kaufen. Was denkt Ihr darüber? Könntet Ihr für eine gewisse Zeit aufs Konsum verzichten? Mehr Details gibt es nach dem Klick. 

Idee eines Einkaufsverbots 

Die Idee von einem Einkaufsverbot habe ich von einer kanadischen Bloggerin Cait. Hier findet Ihr die Regeln ihres Shoppingverbots. Seit anderthalb Jahren kauft sie nichts Neues, darf aber Dinge ersetzen – wenn etwas kaputt gegangen oder leer geworden ist, kauft sie das Ding erneut.

Darüber hinaus hat sie am Anfang des einjährigen Einkaufsverbots eine Liste von Sachen gemacht, die sie kaufen darf. Es kann von Person zu Person variieren, was es sein könnte – ein Bett, ein Auto oder eine neue Winterjacke. Wichtig ist, dass man die Liste nicht den aktuellen Bedürfnissen anpasst, sondern bereits am Anfang des Experiments festlegt, was in diesem Jahr/Quartal/Monat ansteht.

Jeden Monat fasst Cait auf ihrem Blog zusammen, wie viel und wofür sie Geld ausgegeben hat. So sieht man nicht nur, wie viel Geld man dank Minimalismus sparen kann, sondern auch, wie viele und welche Dinge tatsächlich aufgebraucht werden. Wenn Ihr das Blog von Cait nicht kennt, kann ich es wärmstens empfehlen – es ist sehr inspirierend!

Wie stelle ich mir mein Einkaufsverbot-Experiment vor? 

Einjähriges Einkaufsverbot scheint mir etwas radikal zu sein. Ich möchte klein anfangen und ein Monat lang nichts Unnötiges einkaufen. Was heißt es konkret?

Erlaubt sind: Lebensmittel, elementare Haushaltsartikel, Kosmetik (wenn es aufgebraucht ist), Geschenke für Andere, Reisen.

Nicht erlaubt sind: eigentlich alles andere, das man nur zum Spaß kauft. Bei mir sind es vor allem: Kleidung, Kosmetik, Tee und Bücher.

Ich werde im Januar eine kurze Reise mit Freunden unternehmen. Wir mieten ein Häuschen und verbringen dort ein gemeinsamen Wochenende. Deswegen habe ich „Reisen“ auf die Erlaubt-Liste getan. Da wir selber kochen, ist die Reise zum Glück nicht sehr teuer. Aufgrund des Experiments werde ich aber auf den Kaffee am Bahnhof oder andere Mitbringsel verzichten. 

Wozu das Ganze? 

Das Experiment hat viele Ziele:

  1. Ich möchte sehen, wie viel ich tatsächlich ausgeben muss um ein komfortables Leben zu führen.
  2. Gleichzeitig möchte ich wissen, wie viel ich monatlich sparen kann, damit ich in der Zukunft realistischere finanzielle Ziele festlege.
  3. Ich möchte über mein Konsumverhalten nachdenken. Vor allem möchte ich nicht aus Langeweile, oder weil ich mir dadurch ein schöneres Leben erhoffe, einkaufen gehen.
  4. Schließlich möchte ich mich herausfordern und etwas Neues ausprobieren.

 

Minimalismus besteht für mich nicht nur darin den eigenen Besitz zu  organisieren oder klein zu halten. Durch Beschränkung des Konsums möchte ich im nächsten Jahr Schritt für Schritt lernen mit Geld vernünftig umzugehen. Obwohl ich noch keine großen Schulden habe und somit nicht unbedingt sparen „müsste“, möchte ich in der Zukunft möglichst frei von finanziellen Zwängen sein. Das bedeutet auch meine Bedürfnisse gering zu halten und Geld zu sparen. Ein monatliches Experiment könnte dafür ein guter Anfang sein.

Habt Ihr je aufs Einkaufen verzichtet? Hält Ihr es für eine sinnvolle Idee?

Photo: unsplash.com

Advertisements

6 Gedanken zu “Minimalismus in der Praxis: Shopping Ban Challenge

  1. Ich habe auch mal einen Shopping Ban gemacht. Ich hatte mir 6 Monate vorgenommen. Aber erst 2 Monate nach dem Ende habe ich gemerkt, dass der Shopping Ban vorbei ist! 🙂 Also habe ich gar nichts vermisst. Und seitdem versuche ich alle unnötigen Ausgaben zu vermeiden.
    Und ich habe sogar einige schon angesteckt. Mein Mann, meine Mama und auch Bekannte berichten mir davon, dass sie wegen mir ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie etwas kaufen, was sie nicht brauchen 😉 Das „Missionieren“ lohnt sich also!!!

    Gefällt mir

      1. Ich habe schon gemerkt, dass ich mehr Geld habe, aber ich habe nicht wirklich gezählt wieviel. Aber bei uns ist das auch schwierig, da ich studiere und nicht nebenbei arbeite und für eine genaue Rechnung müsste ich auch die Ausgaben von meinem Mann mitzählen, weil ja manchmal er und manchmal ich einkaufe und bezahle. Ich müsste das auch mal wieder machen, weil man schon mehr spart und auch bei „normalen“ Einkäufen mehr guckt, ob man das wirklich braucht…

        Gefällt mir

      2. Deine Situation ist meiner ähnlich – ich beende gerade mein Studium und wir leben ausschließlich vom Einkommen meines Mannes. Das Experiment wäre für mich eine Möglichkeit zu sehen, wie viel wir tatsächlich brauchen, auch als Familie. Im Januar werde ich Ausgaben für zwei Personen angeben – vielleicht hilft es Dir bei Deinen zukünftigen finanziellen Experimenten. Liebe Grüße!

        Gefällt mir

  2. Einen direkten Shopping-Entzug in diesem Sinne habe ich noch nie gemacht, habe aber mein „Einkaufsverhalten“ absolut im Griff. Wenn ich etwas habe, brauche ich es nicht in doppelter und dreifacher Ausführung. Meine Schwäche ist meine Nagellacksammlung, ansonsten gibt es keinen Bereich, in dem ich zu viel hätte. Ich brauche die meisten Dinge erst auf, bevor ich mir etwas Neues kaufe (sei es Schreibwaren/Cremes/Duschgel (was auch immer). Dadurch habe ich irgendwann gemerkt, wie lange man eigentlich etwas von den Sachen hat, die Dinge werden nicht schlecht und es spart auch eine Menge Geld^^ Habe auch auf meinem Blog schon hin und wieder über das Thema Minimalismus berichtet, weil ich es einfach wichtig finde! Es gibt schon genug Blogs, die nur so von Konsum- und Shoppingwut um sich werfen^^

    Gefällt mir

    1. Da gebe ich Dir absolut recht – obwohl ich Beauty- oder Fashion Blogs gerne anschaue, verzerren sie manchmal unser Verständnis davon, was man so „braucht“. Minimalismus ist für mich eine Art common sense und keine „neue“ Philosophie. Deswegen möchte ich zwar Minimalistin sein, aber keine radikale, die alles verwirft. Schön, dass Du so vernünftig mit Geld und Deinen Bedürfnissen umgehst. Meine einzige Schwächen sind Lippenstifte und Tee 🙂

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s