Warum Minimalismus?

Minimalismus ist ein Trend zum Weniger. Man soll weniger besitzen, weniger tun oder weniger wollen. Prominente Minimalisten führen Grenzen ein, wie viel man haben darf – 100 Gegenstände zum Beispiel. Solche Grenzen sind sinnvoll, wenn man sie als eine herausfordernde Übung oder eine Metapher versteht. Minimalismus ist in meinem Verständnis aber keine Sekte, wo man alle Regeln befolgen muss. Es ist auch kein Wettbewerb – man ist kein besserer Minimalist, weil man die krassesten Regeln erfüllt hat.

Minimalismus fängt häufig mit materiellen Dingen an, er endet aber nicht dabei weniger zu besitzen. Es ist ein Versuch in einer konsumorientierten Gesellschaft vernünftiger mit eigenen Bedürfnissen umzugehen. Es ist ein Versuch bewusster zu entscheiden, was man kauft, was man tut oder mit wem man Zeit verbringen möchte. Minimalismus soll dazu führen, dass man nur Dinge besitzt oder tut, die das Leben wertvoller machen. Welche es sind, entscheidet jeder selbst.

Welche Vorteile bringt ein minimalistisches Leben mit sich? Das sind die wichtigsten für mich:

Minimalismus spart Raum, Energie und Zeit

Falls Euer Schrank immer zu klein sein scheint, hilft Minimalismus die unnötigen oder ungeliebten Gegenstände zu entsorgen. Und da man sich nicht aus Unmengen von Gegenständen entscheiden muss, spart man Zeit und Energie. Das gilt nicht nur beim Anziehen, sondern auch beim Einkaufen. Minimalismus gibt einem eine klare Orientierung. Ich frage mich zum Beispiel, ob ich den Gegenstand wirklich brauche und ob er qualitativ gut verarbeitet ist. Viele der Dinge erfüllen die strengeren Kriterien nicht und anstatt von Hunderten Kleidungsstücken, aus welchen man wählen müsste, bleiben nur ein paar.

Minimalismus spart Geld

Es ist ein schönes Gefühl nur das zu kaufen, was man sich tatsächlich vorgenommen hat. Und so hat man mehr Geld übrig um wertvolle Dinge zu kaufen.

Minimalismus führt zum bewusstem Umgang mit eigenem Besitz

Als Minimalist denkt man darüber nach, was man hat und warum man es hat. Einerseits geht es darum die Quantität der Dinge im Rahmen zu halten – man hat viel mehr Dinge, als man glaubt. Versucht zu schätzen, wie viele Tagescremes oder Handtaschen Ihr habt. Die Diskrepanz zwischen bewusstem und tatsächlichem Besitz ist häufig überwältigend.  Andererseits geht es darum zu wissen, warum man etwas haben möchte. Durchs Konsum will man häufig emotionale Bedürfnisse erfüllen – man möchte wichtig oder attraktiv sein, man möchte ein interessantes Leben führen oder das Gefühl haben dazu zu gehören. Einzukaufen ist eine kurzfristige Strategie mit solchen Bedürfnissen umzugehen. Langfristig sollte man sie eingestehen und tatsächlich realisieren.

Minimalismus gibt ein Gefühl von Freiheit

Eine Beschränkung des Konsums gibt paradoxerweise ein Gefühl von Freiheit, da man selbst entscheidet, ob und was man besitzen möchte.

Minimalismus führt zu emotionaler Ruhe

Zwar konzentriert sich der gängige Minimalismus darauf weniger zu besitzen, es geht aber um viel mehr als das. Es geht darum weniger abgelenkt zu werden, Beschäftigungen und Informationen zu wählen, mehr offline zu sein oder eine Sache nach der anderen zu machen. Minimalismus ist nicht nur ein bewussterer Umgang mit materiellem Besitz, sondern auch mit unseren Gedanken oder mit unserer Zeit. Stress wird häufig durch Kontrollverlust verursacht. Minimalismus vergrößert die Kontrolle über unsere Umgebung und unsere Gedanken und führt somit zu emotionaler Ruhe und zum Gefühl der Ausgeglichenheit.

Minimalismus charakterisiert für mich eher die Lebenseinstellung als das Endprodukt oder die Art und Weise, wie das Leben aussieht. Es gibt sicherlich Minimalisten, die viel besitzen, die sich bunt anziehen, die viel Schmuck auf einmal tragen – man muss nicht in einer weißen, leeren Wohnung wohnen und sich nur schwarzweiß anziehen, damit man sich als Minimalist bezeichnen darf. Minimalismus ist ein Internethype und Internet ist ein visuelles Medium. Deswegen hat man eine ästhetische Vorstellung des Minimalismus – weiße Wände, leere Räume, Basic-Kleidung. Man sollte aber nicht vergessen, dass eine minimalistische Einstellung viele Lebensvarianten zulässt.

In der Zukunft werde ich meine Methoden vorstellen, wie ich Minimalismus in der Praxis umsetze. Falls Ihr Fragen oder Anregungen zum Thema habt, freue ich mich auf Eure Kommentare.

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